Kriminalprognostische Gutachten

Gutachten zur Kriminalprognose erstellen wir sowohl in strafgerichtlichen Hauptsacheverfahren als auch im Rahmen der strafrechtlichen Vollstreckung.

 

Im Hauptverfahren begutachten wir die Kriminalprognose als „Einweisungsprognose“ bei der Anordnung von Maßregeln der Besserung und Sicherung gem. § 63 StGB (Unterbringung psychisch gestörter Rechtsbrecher in der Psychiatrie), § 64 StGB (Unterbringung suchtmittelabhängiger Rechtsbrecher in der Psychiatrie) und gem. § 66 StGB (Sicherungsverwahrung von Hangtätern). Diese Maßnahmen setzen die „Gefährlichkeit“ des Täters voraus, weswegen zu der Frage Stellung genommen wird, ob bei dem Probanden weitere erhebliche Taten zu erwarten sind. In den Fällen der §§ 63, 64 StGB ist darüber hinaus eine Verminderung der Schuldfähigkeit (§ 21 StGB) oder Schuldunfähigkeit (§ 20 StGB) Voraussetzung, weshalb wir üblicherweise gleichzeitig die Schuldfähigkeit des Probanden begutachten.

 

In der strafrechtlichen Vollstreckung erstellen wir Prognosegutachten als Entlassungsprognosen bei der Aussetzung lebenslanger und mehr als zweijähriger Freiheitsstrafen bei schweren Anlassdelikten sowie der Frage der Aussetzung von Maßregeln der Besserung und Sicherung. Hier ist zu begutachten, „ob bei dem Verurteilten keine Gefahr mehr besteht, dass dessen durch die Tat zutage getretene Gefährlichkeit fortbesteht“ (§454 II StPO).

 

Methodisch integrieren wir Aussagen zu Rückfallwahrscheinlichkeit bestimmter Risikogruppen auf der Grundlage nomothetisch-statistischer Erkenntnisse und individuelle Kriminalitätstheorien als Ergebnis idiografisch-klinischer Urteilsprozesse zu einer umfassenden und individuellen psychologischen Kriminalprognose.

 

Einen Überblick über unsere aktuellen Bearbeitungszeiten finden Sie hier.